Herzlich Willkommen

Entdecken Sie Interessantes und Wissenswertes!

 

Ich bin verankert in einem tragfähigen und soliden Beziehungsnetz. Experten unterschiedlichster Disziplinen begleiten und stützen meine Arbeit.

 

Jede Exkursion und Veranstaltung ist eine

Anregung für Geist und Gefühl.

 

 

 

Elisabeth Vente-Smusch

Obgleich die Welt ja, so zu sagen,

wohl manchmal etwas mangelhaft,

wird sie doch in den nächsten Tagen

vermutlich noch nicht abgeschafft.

So lange Herz und Auge offen,

um sich am Schönen zu erfreu´n,

so lange darf man freudig hoffen,

wird auch die Welt vorhanden sein.

Wilhelm Busch

 

2021 ist da!

 

Der römische Gott Janus, nach dem der Januar benannt ist, hatte 2 Gesichter: Ein Gesicht schaute in die Vergangenheit, das andere in die Zukunft.

Jahresbeginn - das ist die Zeit für eine Art Inventur des vergangenen Jahres, aber ganz gewiss auch eine Zeit zum Planen und Träumen für das kommende Jahr.

Viele Planungen – aber nicht alle – konnten aufgrund der Pandemie in 2020 nicht verwirklicht werden und das, was viele Begegnungen oft so besonders machte, nämlich das herzliche Miteinander, ruht seit Monaten und fehlt vielen sehr.

Wie soll es weitergehen? Es ist davon auszugehen, dass zumindest im ersten Halbjahr unser Programm nur mit nicht unerheblichen Einschränkungen gestaltet werden kann.

Daher wird ein neues gedrucktes Programm mit allen uns lieb gewordenen Veranstaltungen wie Fahrten, Auftakt- und Ausklangveranstaltungen, Weihnachtsfeier etc. erst im Sommer 2021 erscheinen können.

Im ersten Halbjahr 2021 warten wir Schritt für Schritt die Entwicklung ab, planen und setzen mögliche Vorhaben nach vorgegebenen Maßgaben durch. Die digitalen Medien ermöglichen uns zeitnahe Informationen an Sie.

 

Während wir also ungeduldig, aber mit Zuversicht das Ende der Krise erwarten, so könnten wir diesen Spruch Henry Kissingers beherzigen:

 

 

 „Nächste Woche kann es keine Krise geben. 

  Mein Terminkalender ist schon voll.“

 

 

Schauen wir alle gemeinsam nach vorne – es kommen bessere Zeiten!

 

Es grüßt Sie herzlich!

Elisabeth Vente-Smusch

 

Jahreszeitengruß: Januar 2021

10. Januar 2021

Christian Morgenstern, 1871 – 1914

Die drei Spatzen

 

 

In einem leeren Haselstrauch,

da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

 

Der Erich rechts und links der Franz

und mittendrin der freche Hans.

 

Sie haben die Augen zu, ganz zu,

und obendrüber, da schneit es, hu!

 

Sie rücken zusammen dicht an dicht.

So warm wie der Hans hat's niemand nicht.

 

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.

Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

 

 

 

Die drei Spatzen faszinieren auch im einundzwanzigsten Jahrhundert noch ihre großen und kleinen Leser – nicht nur an kalten Wintertagen.

Eine humoristische Atmosphäre - aber sie vermittelt ein wohlig-warmes Gefühl der Geborgenheit. 

 

 

 

20. Januar 2021

Geschichten – gehören zu unserem Leben!

Sie wollen uns aufheitern, Mut machen, in eine andere Welt entführen oder uns einfach nur unterhalten…

Hier eine kleine Geschichte von einer Schweizer Schriftstellerin, erzählt von P. Ernst Kusterer SDB:

 

Die Autorin erinnert sich an ihre Schulzeit:

Eigentlich habe ich nur von einem Lehrer etwas gelernt, das mir heute noch täglich hilft.

Er hat nämlich gleich am ersten Schultag gefragt, was wir am besten könnten. Und das hat er in sein Notenbüchlein eingetragen.

Und immer, wenn wir in einem Test versagt haben, hat er uns nachher aufgerufen und gesagt: 

„So, nun darfst Du den anderen zeigen, was Du besser kannst als sie!“

Ich habe eine Geschichte vorgetragen.

Ein Mitschüler ging jedes Mal an die Tafel und zeichnete mit der Kreide eine Ziege.

Ein anderer, der Thomas, hat immer einen Handstand gemacht.

Wir alle mussten dabei aufstehen in unserer Bank, um dem Anderen die Ehre zu bezeugen für das, was er gut kann.

Als die meisten von uns sich für das Gymnasium anmeldeten, sagte der Lehrer: „Schau her, Thomas, wir beide sind wohl besser dran, wenn wir hierbleiben!“ Und er half ihm, seine Handstandnummer auszubauen.

Er hielt ihn an den Füßen – und der Thomas ist zum ersten Mal vor uns allen durch das Klassenzimmer gelaufen – auf seinen Händen!

Wir konnten kaum glauben, dass dem Thomas so etwas gelingen konnte.

Einerlei, ob Sie die Geschichte als spaßig, märchenhaft, phantastisch oder nachdenkenswert erachten, ich bin überzeugt, dass Sie in der kommenden Zeit alle Hände voll mit Ihrer Alltagsarbeit zu tun haben. Könnten Sie zwischendurch mal eine Hand frei machen, um auch jemanden ein wenig an den Füßen zu halten? 

Ich sage Ihnen dafür herzlichen Dank! 

 

P. Ernst Kusterer SDB

24. Januar 2021

Sie kam auf Joe Bidens Wunsch: Amanda Gorman aus Los Angeles war die jüngste Dichterin, die zu einer Amtseinführung eingeladen wurde.

Die 22-jährige Poetin las ein Gedicht vor, in der sie ihre eigene Lebensgeschichte mit der harten sozialen Realität Amerikas verwebte. Ihr Gedicht "The hill, we climb / der Berg, den wir erklimmen" war voller Symbolik.

In den USA wird das Kapitol, das erst vor 2 Wochen von einem wütenden Mob gestürmt worden war, mit „the hill“ bezeichnet.

In einem auffällig gelben Mantel, mit rotem Haarreifen und aussagekräftiger Gestik trug sie das eigens für diesen Anlass verfasste Werk vor: Über die Wunden der Vergangenheit, über Demokratie, Barmherzigkeit und Versöhnung und die Zukunft ihres Landes. Es war eine mitreißende Performance bis zum Schluss, wo sie rief:

 

 "Denn da ist immer Licht.

  Wenn wir mutig genug sind, es zu sehen.

  Wenn wir mutig genug sind, es zu sein."

 

Wenn ich den Blick auf das richte, was Hoffnung schenkt, dann bleibe ich nicht im Dunkeln. Und wenn ich selbst diese Hoffnung dann mit anderen teile, wird es heller und heller.

Ein großartiges Motto für 2021!

 

 

30. Januar 2021

Rainer Maria Rilke

 

Spaziergang

 

Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,

dem Wege, den ich kaum begann, voran.

So fasst uns das, was wir nicht fassen konnten,

voller Erscheinung, aus der Ferne an —

und wandelt uns, auch wenn wir´s nicht erreichen,

in jenes, das wir, kaum es ahnend, sind;

ein Zeichen weht, erwidernd unserm Zeichen …

Wir aber spüren nur den Gegenwind.

 

 

Dichter und Denker fanden oft im Gehen die schönsten Worte …

 

Gehen Sie auch so oft spazieren wie noch nie?

Seit Corona uns überrollte und die Welt zum Stillstand zwang, erlebt der Spaziergang eine verblüffende Renaissance. Er ist eine gute Möglichkeit, die heimischen vier Wände zu verlassen, ohne sich dabei allzu vielen Viren auszusetzen. 

Die Virologen ermutigen uns Menschen dazu, das Immunsystem durch körperliche Bewegung zu stärken. Aus medizinischer Sicht bietet der Spaziergang einen ganzen Blumenstrauß an positiven Effekten. Dabei ist er nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch noch kostenlos.

Die Sehnsucht, in die Natur, in den Wald zu gehen, um sich zu bewegen und zu sich zu finden, ist den Menschen seit langem zu eigen.

 

Schon Goethe ließ in seinem „Osterspaziergang“ die Menschen jubeln:

 

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein!“

Beethoven und Goethe beim Spaziergang - ein Bild aus der Ausstellung Welt.Bürger. Musik in der Bundeskunsthalle in Bonn
Beethoven und Goethe beim Spaziergang - ein Bild aus der Ausstellung Welt.Bürger. Musik in der Bundeskunsthalle in Bonn

 

Die Langsamkeit des Fußgängers führt uns am dichtesten an das Leben heran, sagen Wissenschaftler. An der Universität Kassel ist sogar ein Studienfach entstanden: Die Promenadologie, auch Spaziergangswissenschaft genannt, wurde dort ins Leben gerufen.

 

Auch ist der besinnliche Spaziergang durch die Natur/den Wald für manche Menschen ein individueller Ersatz des Kirchgangs.

 

Bei einer Besichtigung des wunderschönen Bürgerparks in Bremen trug die Naturführerin das folgende Gedicht eines unbekannten Autors vor:

 

 

Doktor Wald

 

Wenn ich an Kopfweh leide und Neurose,

mich unverstanden fühle oder alt,

dann greif ich nicht zur Pillendose,

dann konsultiere ich den Doktor Wald.

 

Er ist mein Augenarzt und  mein Psychiater,

mein Orthopäde und mein Internist.

Er hilft mir sicher über jeden Kater,

ob er aus Kummer oder Kognak ist.

 

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pillen,

doch umsomehr von Sonne und von Licht.

Behandeln wird er mich stets im Stillen

und ein Honorar verlangt er nicht.

 

Er bringt mich immer wieder auf die Beine,

und meine Seele schnell in' s Gleichgewicht.

Verhindert Fettansatz und Gallensteine

nur - Hausbesuche macht er nicht.

 

Vielleicht gehört der Spaziergang zu den Entdeckungen, die wir uns bewahren, wenn endlich alles vorbei ist.

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Spaziergehen – und bei anderen Aktivitäten, die Ihnen gut tun - damit wir alle diese Durststrecke einigermaßen heil durchstehen.

 

Jahreszeitengruß: Februar 2021

1972, Akademie der Künste, Eva Strittmatter Archiv, Berlin
1972, Akademie der Künste, Eva Strittmatter Archiv, Berlin

Erinnern Sie sich noch an den literarisch-musikalischen Nachmittag im April 2019 im Veranstaltungsraum des Tibus-Stifts?

Bernd Vogt und Patrick Gremme stellten unter der Überschrift: „Ich mach´ ein Lied aus Stille!“ die Lyrikerin Eva Strittmatter (1930 – 2011) vor.

Sie war den meisten Teilnehmern bis dahin wohl unbekannt, aber ihre Gedichte und Texte – von zeitloser Gültigkeit, lebensnah und ehrlich – sprachen in eindrucksvoller Weise die Zuhörenden an.

Leben und Wirken dieser bodenständigen, starken Frau, die sich mitunter gegen ihre vier Söhne und ihren häufig cholerischen Mann durchsetzen musste, berührte die Herzen der Zuhörer.

 

Zu ihren Gedichten und Texten sagte Eva Strittmatter:

 

- Alles läuft darauf hinaus, dass man die richtigen Worte findet …

 

- Ich schreibe von einer einfachen Sache: Geburt und Tod und der Zwischenzeit

 

Es erschien erstmals 1973 in Eva Strittmatter:

Ich mach ein Lied aus Stille. Gedichte.

 

 

Gefahr

 

Ich war in letzter Zeit in äußerster Gefahr,

Mich einfach fallnzulassen.

Ich, die so standhaft war

Gegen das Alter, fing doch an,

Mich meinen Jahren anzupassen,

Und fragte: Ob ich das noch kann?

Und jenes, soll ich es nicht lassen?

Das ist die Probe: Hab´ ich Kraft,

Dem Selbstmitleid zu widerstehen,

Oder bin ich schon so erschlafft,

Mich vor dem Leben vorzusehen?

Ich helfe mir, indem ich mich

Bewusst belaste und bebürde.

Und meine Kraft erneuert sich.

Und ich bezwing auch diese Hürde.

 

Eva Strittmatter

 

 

 

 

 

 

Karneval

 

 

Wer, solang das Jahr sich misst,

nicht einmal herzlich närrisch ist,

wie wäre der zu anderer Frist

wohl jemals ganz vernünftig!

 

Theodor Storm

 

 

Karneval!

 

Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,

Hat einst der Karneval behagt,

Besonders und zu allermeist

In einer Stadt, die Münster heißt.

 

Wie reizend fand man dazumal

Ein menschenwarmes Festlokal,

Wie fleißig wurde über Nacht

Das Glas gefüllt und leer gemacht,

 

Und gingen wir im Schnee nach Haus,

War grad die frühe Messe aus,

Dann konnten gleich die frömmsten Frau´n

Sich negativ an uns erbau´n.

Die Zeit verging, das Alter kam,

Wir wurden sittsam, wurden zahm.

Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern

Die Sach´ uns an, doch nur von fern

(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)

Durch’s umgekehrte Perspektiv.

 

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

 

 

 

 

 

Auch das gehört zur Karnevalszeit:

 

 

Mutzenmandeln

 

350g Mehl

1Prise Salz

1Tl Backpulver

60 g Zucker

100 g Butter

2 Eier 

1El Rum (oder Mandellikör)

Zitronenschale

Außerdem

Mehl (zum Bearbeiten)

750ml Pflanzenöl (zum Ausbacken)

60g Zimtzucker

 

 

Zubereitung

 

1. Das Mehl mit Salz und Backpulver auf einer Arbeitsfläche mischen und eine Mulde hineindrücken. Den Zucker und die Butter in Flöckchen auf dem Rand verteilen. Die Eier aufschlagen und in die Mulde geben. Rum oder Mandellikör und Zitronenschale dazugeben. Alle Zutaten rasch von innen nach außen zu einem glatten Teig verkneten. Zur Kugel formen, in Folie wickeln und 30 Minuten kühl stellen.

 

2. Den Mürbeteig portionsweise auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche 1 cm dick ausrollen und mit dem Ausstecher Mutzen mandeln ausstechen. Zimtzucker auf einen flachen Teller geben.

 

3. Das Öl oder Fett in einem großen Topf auf 170 Grad erhitzen. Es hat die richtige Temperatur, wenn an einem hineingehaltenen Kochlöffelstiel Blasen aufsteigen. In kleinen Portionen die Mutzenmandeln mit dem Schaumlöffel in das heiße Fett geben und auf beiden Seiten goldbraun ausbacken. Herausheben, kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und in Zimtzucker wälzen. Möglichst frisch servieren.

 

 

 

 

 

 

Gedicht für jeden Tag im Jahr

 

Jeder wünscht sich jeden Morgen

irgend etwas - je nachdem.

Jeder hat seit jeher Sorgen,

jeder jeweils sein Problem

Jeder jagt nicht jede Beute.

Jeder tut nicht jede Pflicht.

Jemand freut sich jetzt und heute.

Jemand anders freut sich nicht.

Jemand lebt von seiner Feder.

Jemand anders lebt als Dieb.

Jedenfalls hat aber jeder

jeweils irgend jemand lieb.

Jeder Garten ist nicht Eden.

Jedes Glas ist nicht voll Wein.

Jeder aber kann für jeden

jederzeit ein Engel sein.

Ja, je lieber und je länger

jeder jedem jederzeit

jedes Glück wünscht, um so enger

leben wir in Einigkeit.

 

James Krüss

 

 

 

 

 

Der Februar verwöhnt uns mit Vor-Frühlingswetter!

Da bekommt man gleich Lust, einen Ausflug zu machen!

 

Besuchen Sie doch mal die Rieselfelder in Münsters Norden!

 

 

 

Die Rieselfelder Münster – ein Natur- und Vogelparadies von Europäischem Rang

 

Die Rieselfelder sind ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume mit einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Ein Rundweg mit einigen Beobachtungshütten führt durch das Wasserparadies.

Hier kommen Besucher den teils seltenen Vogelarten ganz nah, ohne diese zu stören, und mit Ferngläsern im Gepäck können die Vögel von den Aussichtspunkten noch besser beobachtet werden.

 

Um noch mehr Platz für seltene Tier- und Pflanzenarten zu schaffen, ist das Reservat im Südosten zudem um ein Naturerlebnisgebiet erweitert worden.

 

Eine besonders schöne Route (1 Std. 45 Min, ca. 2 Kilometer) beginnt am Verwaltungsgebäude, Coermühle 181, Münster, und beinhaltet zwei Beobachtungshütten, zwei Beobachtungshügel und einen Beobachtungsturm. Während dieses Rundgangs bekommen Sie einen Überblick über die verschiedenen Landschaftsformen und Sie erleben eine große Anzahl verschiedener Vogelarten. Das Gebiet ist für Brut-, Rast- und Mauservögel sowie für Wintergäste von unverzichtbarer Wichtigkeit. Die Rieselfelder sind das bedeutendste Brutgebiet in NRW für Blaukehlchen (ca. 80 Paare) und einer der wichtigsten Binnenland-Rastplätze Mitteleuropas für ziehende Schnepfenvögel.

 

Zahlreiche Informationstafeln geben Auskunft über die Natur in den Rieselfeldern.

 

Anschrift: Biologische Station "Rieselfelder Münster" e.V. Coermühle 181, 48157 Münster

Anfahrt: Autobahn A1 bis Münster-Nord, dann B 219 Ri Münster 

Homepage: www.biostation-muenster.org

 

Restaurant (aktuell geschlossen) und Info-Center: Heidekrug, Coermühle 100, Münster

 

Foto: Homepage Rieselfelder
Foto: Homepage Rieselfelder

Jahreszeitengruß: März 2021

07. März 2021

Die coronabedingten Kontaktbeschränkungen gehen nicht spurlos an uns vorbei – und eine Rückkehr zum Alltag ist so schnell noch nicht in Sicht. Der Mensch ist aber ein soziales Wesen und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Gemeinschaft ist ein grundlegend menschliches Bedürfnis. Soziale Isolation bleibt nicht ohne Folgen für körperliche und geistige Gesundheit des Betroffenen… .

 

So eine Situation wird eindrucksvoll beschrieben in einem Buch von Monika Helfer:

 

"Die Bagage"

Hanser Verlag München, 158 Seiten, 19 Euro

 

Das Cover wurde nach einem Motiv von Gerhard Richter gestaltet.
Das Cover wurde nach einem Motiv von Gerhard Richter gestaltet.

 

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Vorarlberger Bergdorfes. Das kleine Haus liegt in augenfälliger Distanz zum eigentlichen Dorf, als wollten die Bewohner nichts zu tun haben mit den Nachbarn. Die Familie Moosbrugger scheint ein abgeschiedenes Leben zu führen. Maria und Josef kämpfen mit vielen Vorurteilen. Es beginnt schon damit, dass die Familie sich absondert und anders lebt, ohne elektrischen Strom zum Beispiel …

und weil Maria schöner ist als die neidische Konkurrenz in der kleinen Gemeinde

…und weil Josef krumme Geschäfte mit dem Bürgermeister macht.

In der Kirche müssen die Moosbruggers in der letzten Reihe knien. Sie sind die Abseitigen, die Armen. Die Dorfbewohner nennen sie abschätzig „Bagage“.

 

„Bagage“: So nennt man lästige Familienclans oder Gruppen von zwielichtigen Gestalten, die sich nicht an die üblichen Regeln halten. Das Wort kommt ursprünglich aus dem Französischen und bedeutet Gepäck. So ist die Bagage also etwas, das man mit sich herumträgt und das mitunter eine ziemlich schwere Last sein kann. Der Titel „Die Bagage“ ist gut gewählt für einen Roman, in dem es um ein dunkles Familiengeheimnis geht, das über Generationen hinweg eine Belastung darstellt.

 

Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Er gibt Gottlieb Fink, dem Bürgermeister, der auch sein Partner bei etwas dubiosen Geschäften ist, den Auftrag, während seiner Abwesenheit auf seine Frau aufzupassen. Der Bürgermeister übernimmt die Aufgabe, wobei er seinen eigenen Vorteil nicht aus den Augen verliert. Er versorgt die Familie mit Lebensmitteln, wird aber öfter zudringlich.

 

Bei einem Marktbesuch verliebt sich Maria in Georg aus Hannover, der sie zweimal besucht. Aber bis auf einen geheimnisvollen Kuss und ein berauschendes Gefühl geschah nichts.

 

Nach einem Fronturlaub von Josef wird Maria schwanger, und alle im Ort sind sich sicher, dass das Kind nicht von Josef sein kann. Alle wenden sich von Maria ab, und der Pfarrer und der Lehrer der Kinder beschimpfen sie öffentlich als Hure. Margarete, genannt Grete, wird als 5. Kind der Moosbrunners geboren. Als Josef 1918 aus dem Krieg zurückkehrt, erfährt er von den Gerüchten und glaubt seiner Frau nicht, dass Grete seine Tochter ist.

Josef wird Grete niemals ansehen, ansprechen oder berühren.

 

Das Besondere an dieser Situation ist auch, dass Grete die Mutter der Autorin ist.

Monika Helfer will ihre Herkunft kennen. Ihre Hauptinformationsquelle ist ihre Tante Katharina, die die Geschwister nach dem frühen Tod der Eltern betreute. Auch Monika Helfers Mutter Grete starb früh, und wieder ist es die Tante, die die Kinder aufnimmt, als die Autorin 11 Jahre alt ist. Ihre Erinnerungen und Geschichten aus der Familie gibt sie allerdings erst gegen Ende ihres Lebens preis. 

Klar und schnörkellos erzählt Monika Helfer auf nur 160 Seiten die Geschichte ihrer Familie und deren Ausgrenzung.

 

Es ist die Geschichte von Monika Helfers Familie – auch im übertragenen Sinne am Rande eines Bergdorfes lebend – und die Geschichte eines Kindes, ihrer Mutter, das vom Vater wie Luft behandelt wurde.

Mir hat dieser Roman sehr gefallen.

Motiviert er doch dazu, dankbar zu sein für eine glückliche Kindheit und erlebte Gemeinschaft, und auch, über die eigene Familienkonstellation nachzudenken.

 

 

14.03.2021

 

Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt …

 

Khalil Gibran

 

In vielen alten Kulturen und Religionen wurden Bäume oder Haine als Sitz der Götter oder anderer übernatürlicher Wesen verehrt.

Auch in der Bibel werden Bäume immer wieder erwähnt. Das Alte wie das Neue Testament nennen unterschiedliche Baumarten wie zum Beispiel den Olivenbaum oder den Feigenbaum, mit dessen relativ großen Blättern das erste Menschenpaar Adam und Eva (laut 1. Mose/Genesis 3:7) nach ihrem Sündenfall ihre Blöße bedeckten.

Der Baum gilt seit jeher als mächtiges Sinnbild des Lebens und der Schöpfung.

Als Lebens- und Erkenntnisquelle in Verbindung mit der Erde sind Bäume durch ihre Jahrhunderte dauernde Lebensdauer Symbole von Weisheit und Wissen.

„Bäume sind wie Brüder“, sagt Erich Kästner und meint damit die Wesensgleichheit von Baum und Mensch.

 

Die besondere Bedeutung des Baumes für die Menschen drückt sich auch in der Sprache aus. Es gibt dazu zahlreiche Redewendungen und Sprichworte.

 

  • alt wie ein Baum sein
  • Bäume wachsen nicht in den Himmel
  • Bäume ausreißen können
  • den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen
  • zwischen Baum und Borke stehen - in einem schweren Dilemma sein.
  • einen alten Baum versetzt man nicht

 

Viele Bäume zeigen oft im wenig belaubten Zustand ihre beeindruckenden Formen und Gestalten. Erst dann kommen diese richtig zur Geltung. Nicht zu vergessen sind auch die wunderschönen Wurzeln.

 

 

Foto: Uni Münster, Botanischer Garten
Foto: Uni Münster, Botanischer Garten

 

 

Zwei sehr schöne Baum-Entdeckungs-Wege in Münster sind:

 

Die Promenade

 

Ca. 2.000 Bäume bilden die nahezu geschlossene Grünallee um die Innenstadt.

Die charakteristische Baumart dieses innerstädtischen Grünrings ist die Linde - Tilia, speziell „Tilia cordata", die Winterlinde. Sie gilt als Baum des Friedens und der Freude. Seit Menschengedenken dient sie als Treffpunkt der Tanzenden und Liebenden, aber auch als Ort der Rechtsprechung. Dieser stattliche sommergrüne Laubbaum kann in Städten über 100 Jahre alt werden. Drei Bäume auf der Promenade am Neutor an der Lok sind wahrscheinlich sogar 200 Jahre alt.

 

Der Weg der Jahresbäume in Münster

 

In Münster wurden die bisherigen Bäume des Jahres sowie der Ginkgo als Baum des Jahrtausends zwischen dem Mühlenhof und dem Westfälischen Museum für Naturkunde als der so genannte Weg der Jahresbäume gepflanzt. Der Weg liegt parallel zum Theo-Breider-Weg, Zufahrt über Parkplatz Mühlenhof.

 

 

 

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte...

 

Foto: Spitz, Maßdesign
Foto: Spitz, Maßdesign

 

… das wohl bekannteste Frühlingsgedicht mit dem eigentlichen Titel "Er ist's" stammt von Eduard Friedrich Mörike aus dem Jahre 1829.

 

Die Meteorologen legten den Frühlingsbeginn auf den 1. März. Die Astronomen dagegen sind eigentlich näher dran, denn der 21. März ist der von ihnen definierte Tag. (Frühlingsanfang 2021: 20.03.2021)

Doch nicht der Verstand legt solche Zeiten fest. Das heißt, der wahre Frühling beginnt erst, wenn wir tatsächlich an der Natur selbst sehen, dass der Frühling beginnt.

 

Der NABU kennt drei „Frühlinge“: Der Vorfrühling beginnt mit der Blüte von zum Beispiel Hasel und Schneeglöckchen, der Erstfrühling startet mit der Blüte der bekannten gelben Forsythie sowie vielen Obstbäumen, und der Vollfrühling wird begleitet von der Blüte von Apfel, Flieder und Rosskastanie. 

 

Aber … erst wenn das Gefühl sagt: "Jetzt ist Frühling!", dann ist es wirklich soweit.

 

 

„Der Frühling ist nicht die einfachste,

sondern die komplizierteste der vier Jahreszeiten.

Der Frühling ist so schwierig,

weil er den Menschen den unmöglichsten aller Befehle gibt:

Hab´ gute Laune! Sei glücklich!“

 

(aus: Süddeutsche Zeitung)

 

 

 

28.03.2021

 

Ihre zahlreichen Rückmeldungen zum Thema „Bäume“ zeigen, dass nicht nur ich mich für diese begeistern kann! Manche Beiträge erzählen von einer emotionalen Bindung an einen speziellen Baum:

Bäume regen die Fantasie an und können sicher ganz viele Geschichten erzählen:

von Kindern, die sich hinter dem breiten Stamm versteckt, von Verliebten, die sich hier geküsst,

von Wanderern, die auf der Bank unterm Baum sich ausgeruht haben.

Unser Mitglied, Renate Grüter-Paul, verwies auf das schöne Lied von Alexandra:

 

 

Mein Freund, der Baum

 

Ich wollt dich längst schon wieder seh'n

Mein alter Freund aus Kindertagen

Ich hatte manches dir zu sagen

Und wusste, du wirst mich versteh'n

Als kleines Mädchen kam ich schon

Zu dir mit all den Kindersorgen

Ich fühlte mich bei dir geborgen

Und aller Kummer flog davon

Hab' ich in deinem Arm geweint

Strichst du mit deinen grünen Blättern

Mir übers Haar, mein alter Freund …

 

 

Eine ebenso anrührende Liebes- wie auch Baumgeschichte ist die Sage von Philemon und Baucis:

 

Ovid beschreibt in den Metamorphosen den Besuch des Göttervaters Jupiter (Zeus) und seines Sohnes Merkur (Hermes) in einer Stadt in Phrygien. Die Einwohner gewähren den beiden Wanderern jedoch keinen Einlass.

 

Allein Philemon und seine Frau Baucis, ein altes Ehepaar, das in einer ärmlichen Hütte am Stadtrand lebt, üben Gastfreundschaft, nehmen die beiden auf und bewirten sie mit allem, was sie haben.

Daran, dass sich der Weinkrug wundersamerweise immer wieder von allein füllt, erkennen sie ihre Gäste als Götter, denen sie nun auch noch ihre einzige Gans opfern wollen.

 

Das verwehren ihnen die Himmlischen jedoch und fordern sie auf, ihnen zu folgen, um der Strafe für die ungastliche Stadt zu entgehen. Von der Höhe sehen Philemon und Baucis erschüttert, dass die Stadt in einem Sumpf versunken ist. Nur ihr Häuschen ist geblieben, das sich nun in einen Tempel von Gold und Marmor verwandelt.

 

Von Zeus aufgefordert, ihre Wünsche zu nennen, bitten sie darum, als Priester ihr Leben lang den Tempel hüten zu dürfen und zur selben Stunde zu sterben, so dass keiner von ihnen des anderen Grab schauen müsse.

 

So geschieht es. Sie dienen im Tempel, bis sie eines Tages, vom Alter gebeugt, auf den Tempelstufen miteinander redend, in eine Eiche bzw. eine Linde verwandelt werden.

 

Eiche/Standort: Schlossgarten MS,  Foto: V. Dartmann
Eiche/Standort: Schlossgarten MS, Foto: V. Dartmann
 Linde / Foto: Wikipedia
Linde / Foto: Wikipedia